Knopf, der Teddy, der über die Nacht wachte
Jede Nacht, wenn die Lampe leise klickte und das Zimmer weich und dunkel wurde, geschah etwas ganz Besonderes auf dem kleinen Bett am Fenster. Ein kleiner brauner Teddybär namens Knopf machte seine Knopfaugen auf – und begann seine allerwichtigste Aufgabe.
Den ganzen Tag lang wurde Knopf getragen und gedrückt und von Zimmer zu Zimmer geschleppt. Er ging im Garten auf Abenteuer, saß am Tisch beim So-tun-als-ob-Tee und wurde beim Vorlesen so fest umarmt, dass seine Füllung ganz platt wurde. Doch in der Nacht, wenn der Atem seines Kindes langsam und tief wurde, hatte Knopf eine andere Aufgabe. In der Nacht war Knopf der Hüter der Dunkelheit.
Er setzte sich an das Kissen, ganz dicht neben das schlafende Kind, und hielt Wache.
Wenn eine Diele knarrte, dann horchte Knopf und wusste, dass es nur das Haus war, das sich zum Schlafen hinlegte – und er hatte keine Angst. Wenn sich ein Schatten über die Wand legte, dann schaute Knopf und wusste, dass es nur der alte, freundliche Baum vor dem Fenster war, der gute Nacht winkte – und er hatte keine Angst. Wenn der Wind am Fenster flüsterte, dann hörte Knopf und wusste, dass es nur die Nacht war, die leise pst, pst machte – und er hatte keine Angst.
„Ich bin bei dir“, flüsterte Knopf seinem schlafenden Kind zu, mit der weichen Stimme, die nur Teddys haben. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich bin genau hier, und ich bleibe die ganze Nacht genau hier. Du darfst so tief schlafen, wie du möchtest.“
Und das Kind, obwohl es fest schlief, schien ihn zu hören – und kuschelte sich ein kleines bisschen näher, und hielt ihn ein kleines bisschen fester, und lächelte das allerkleinste, verschlafene Lächeln.
Knopf machte es nichts aus, wach zu bleiben. Er mochte es sogar. Es gab nichts auf der ganzen Welt, das er lieber tat, als sein Kind sicher und warm zu behüten, während die Sterne langsam über ihnen wanderten.
Wenn du also einmal in der Nacht aufwachst, und alles ist dunkel und still, dann streck deine Hand aus und such deinen Teddy. Denn Teddys schlafen zur Schlafenszeit nie so richtig. Sie sind viel zu beschäftigt damit, über dich zu wachen – die Dunkelheit freundlich zu halten und dich zu beschützen – bis das Morgenlicht wieder nach Hause kommt.
Schlaf schön. Dein Teddy passt auf dich auf.