Der Schneemann Bommel und die stille Schneenacht
Mitten in einem kleinen Vorgarten, in einer weichen, weißen Winternacht, stand ein fröhlicher kleiner Schneemann namens Bommel, mit einer Möhrennase, drei schwarzen Knöpfen und einem kuscheligen roten Schal, der eng um seinen Hals gewickelt war.
Den ganzen Tag über war der Garten voller Lärm und Spaß gewesen. Kinder hatten Bommels große runde Kugel gerollt, und seinen Bauch, und seinen Kopf. Sie hatten gelacht und gespielt und weiche Schneebälle geworfen, den Schnee fest gepackt und Bommel sein lächelndes Gesicht und seinen warmen roten Schal geschenkt. Es war ein wunderbarer, lebhafter, fröhlicher Tag gewesen.
Doch jetzt waren die Kinder hineingegangen, in ihre warmen, hellen Häuser, und etwas geschah, das Bommel am allerliebsten mochte. Der Schnee hatte wieder zu fallen begonnen – weich und langsam und lautlos – und die ganze Welt wurde still.
Herab schwebten die Schneeflocken, eine nach der anderen, drehten sich sanft durch den Schein der Straßenlaterne und legten sich ohne einen Laut nieder. Herab kamen sie, weich wie Federn, und bedeckten die Dächer und die Bäume und die Gärten mit einer glatten weißen Decke. Und mit jeder fallenden Flocke wurde die Welt stiller und stiller und immer noch stiller.
Es gibt auf der ganzen Welt keine Stille wie die Stille einer Schneenacht. Es ist eine weiche Stille, eine sanfte Stille, eine gedämpfte und friedliche Stille – als wäre die ganze Welt behaglich ins Bett gekuschelt worden, unter eine kühle weiße Decke.
Bommel stand mitten in all dem, ruhig und zufrieden, und wachte über die schlafende Straße. In den Fenstern gingen die warmen Lichter aus, eines nach dem anderen, während alle Kinder in ihre kuscheligen Betten kletterten. Der Schnee fiel weiter, weich und langsam. Die Straßenlaterne leuchtete. Und alles, überall, war still.
„Gute Nacht, kleine Häuser“, flüsterte Bommel in das sanfte Schneetreiben. „Gute Nacht, schlafende Kinder. Ich stehe hier, ruhig und still, und wache die ganze Nacht über euch.“
Und während der weiche Schnee herabschwebte und die friedliche Stille tief über der ganzen weißen Welt lag, hielt der kleine Schneemann seine sanfte, glückliche Wache – während jedes Kind in der stillen Straße warm und sicher hinüberglitt in den Schlaf.