My Lullaby

Eine Schmetterlings-Gute-Nacht-Geschichte für Kinder

Eine ruhige, zärtliche Gute-Nacht-Geschichte über einen kleinen Schmetterling, der lernt, dass Ausruhen der Weg ist, auf dem wir ganz leise wachsen – sanft genug, um dabei einzuschlummern.

My Lullaby schreibt jede Nacht eine neue Geschichte, in der dein eigenes Kind die Hauptrolle spielt.

Der Schmetterling Mia, der beim Ausruhen wuchs

In einem sonnigen Garten voller Blumen flatterte ein kleiner Schmetterling namens Mia, mit Flügeln wie buntes Kirchenfenster-Glas – orange und golden, am Rand mit dem sanftesten Blau.

Den ganzen Tag lang flog Mia. Sie schwebte von den Rosen zum Lavendel, vom Lavendel zu den hohen rosa Stockrosen. Sie tanzte auf der warmen Brise und trieb durch das goldene Licht, nippte süßen Nektar und sagte den fleißigen Bienen guten Tag. Es war ein wunderschöner Tag, und Mia flatterte durch jeden seiner Augenblicke.

Doch als die Sonne tief sank und der Garten sich mit langen, weichen Schatten füllte, begannen Mias Flügel müde zu werden. Ihr Flattern wurde langsamer. Es war Zeit, das wusste sie, ein ruhiges Plätzchen zum Ausruhen zu finden.

Sie schwebte hinab auf ein breites grünes Blatt, versteckt unter einer Rose, geschützt vor der Abendbrise. Und dort ließ sie sich nieder und faltete ihre schönen Flügel sanft zusammen, schloss sie wie die Seiten eines winzigen Buches.

Als sie ganz still wurde, erinnerte sich Mia an etwas. Sie erinnerte sich, dass sie einst, vor gar nicht langer Zeit, überhaupt kein Schmetterling gewesen war. Sie war eine kleine Raupe gewesen. Und sie hatte sich eingewickelt, kuschelig und still, in einen gemütlichen Kokon – und sie hatte geruht. Sie hatte geruht und geruht, und während sie ruhte, war etwas Zauberhaftes geschehen. Ganz langsam, ganz leise, in der Stille, waren ihr die schönen Flügel gewachsen.

„Das ist das Geheimnis“, dachte Mia schläfrig, geborgen unter ihrem Blatt. „Ausruhen heißt nicht, gar nichts zu tun. Wenn ich ruhe, wachse ich. Wenn ich still und ruhig bin, geschehen wunderbare Dinge – tief in mir, wo ich sie nicht einmal sehen kann.“

Der Garten wurde dunkel und still rundherum. Die Blumen schlossen ihre Blüten. Die ersten Sterne blinzelten über den Blättern wach. Und Mia, geborgen auf ihrem gemütlichen Blatt, mit ihren bunten Flügeln sanft geschlossen, spürte, wie sie ruhig und warm und wunderbar schläfrig wurde.

Und der kleine Schmetterling, ruhig im schlafenden Garten – wachsend, auf all die leisen, geheimen Arten, auf die uns das Ausruhen wachsen lässt –, glitt sanft hinüber in den Schlaf.

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