Das Einhorn Mira und die mondbeschienene Wiese
Auf einer Wiese voller weichem Gras und silberner Blumen lebte ein kleines Einhorn namens Mira, mit einer Mähne, die schimmerte wie verstreutes Sternenlicht.
Den ganzen Tag tänzelte und spielte Mira. Wo immer ihre kleinen Hufe den Boden berührten, blühten winzige Funken auf und stiegen empor wie Glühwürmchen. Sie jagte ihren eigenen glitzernden Schweif in fröhlichen Kreisen. Sie stupste die silbernen Blumen mit der Nase, bis sie kicherten und zu leuchten begannen. Sie galoppierte auf den sanften Hügel und wieder hinunter und ließ eine Spur aus Licht hinter sich — einfach aus Freude.
Doch wenn die Sonne unterging und der große runde Mond über der Wiese aufstieg und alles weich und silbern machte, wollte Mira immer noch spielen. Ihre Beine waren voller Galopp, und ihre Funken zischten und knisterten in der kühlen Nachtluft.
Der Mond lächelte sanft auf sie herab, gütig, rund und hell.
"Kleine," sagte der Mond leise, "die Wiese geht jetzt schlafen. Schau mit mir."
Mira hielt still — was ihr sehr schwerfiel — und schaute. Eine nach der anderen falteten die silbernen Blumen ihre Blütenblätter zu. Das hohe Gras legte sich flach und still. Miras eigene Funken sanken langsam zu Boden und erloschen wie kleine Sterne.
"Und jetzt du," flüsterte der Mond. "Atme die kühle Nachtluft ein, langsam und tief."
Mira atmete ein. Die Luft roch nach Tau, nach Stille und nach Nachtblumen. Dann atmete sie aus, lang und langsam — und ihr helles Schimmern wurde weich zu einem warmen, sanften Glühen.
"Noch einmal," summte der Mond.
Mira atmete ein… und aus. Ein… und aus. Mit jedem langsamen Atemzug wurde der Galopp in ihren Beinen ruhig, und das Zischen der Funken verstummte. Ihr Horn dämpfte sich zum sanften Licht eines Nachtlichts.
Sie legte ihre Beine ordentlich unter sich ins kühle, weiche Gras. Ihre schimmernde Mähne legte sich um sie wie eine seidene Decke.
"Gute Nacht, Mira," flüsterte der Mond und goss sein sanftes silbernes Licht über die ganze schläfrige Wiese.
Und das kleine Einhorn schloss die Augen und glitt in zauberhafte Träume, während es sanft auf der mondbeschienenen Wiese leuchtete.