Die sanfte Dinosaurierin Dolly sagt gute Nacht
In einem weiten grünen Tal, wo die Farne hoch wuchsen und die Flüsse langsam flossen, lebte die größte und sanfteste aller Dinosaurierinnen. Sie hieß Dolly, hatte einen sehr langen Hals, einen sehr langen Schwanz und das gütigste Herz weit und breit.
Den ganzen Tag half Dolly. Ihre riesigen Füße stapften durch das Tal — stapf, stapf, stapf. Wenn die kleinen Tiere nicht an die saftigen Blätter in den Baumwipfeln kamen, streckte Dolly ihren langen Hals und bog ihnen sanft einen Zweig herunter. Wenn ein Vogeljunges aus dem Nest fiel, hob Dolly es behutsam mit der Nasenspitze zurück. Und wenn die kleinsten Dinosaurier über den breiten Fluss wollten, kletterten sie auf ihren warmen Rücken und kamen sicher hinüber.
Doch wenn der Himmel rosa und dann violett wurde und die ersten Sterne hervorlugten, war es Zeit zu ruhen — und Dollys großer Körper war noch voller Stapfen vom Tag.
Also legte sie sich langsam und vorsichtig in ein weiches, warmes Farnbett. Und sie lauschte.
Der Fluss flüsterte, als er vorbeizog. Der Abendwind raschelte leise in den hohen Bäumen. Ganz in der Nähe blinkte ein einziges Glühwürmchen — an und aus, langsam und sanft.
Dolly holte einen riesigen, langsamen Atemzug — so tief, dass sich alle Farne zu ihr neigten. Dann ließ sie einen riesigen, langsamen Atemzug heraus — so sanft, dass die Farne leise zurückschwankten. Ein… und aus. Ein… und aus.
Mit jedem langsamen Atemzug wurde das Stapfen in ihr still. Der lange Hals rollte sich zu einem gemütlichen Kissen. Die schweren Lider sanken herab.
All die kleinen Tiere, denen sie den ganzen Tag geholfen hatte, kamen und kuschelten sich an sie — manche an ihre warme Seite, manche in die Kurve ihres Schwanzes — sicher unter der sanften Riesin.
"Gute Nacht, Dolly," gähnten sie alle zusammen.
Und die größte, sanfteste Dinosaurierin im Tal schlief tief und fest unter den ersten stillen Sternen, während das ganze kleine Tal sicher um sie herum schlief.